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 Auf schmaler Spur durch den Kreis Heinsberg 
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#1Ungelesener Beitrag Auf schmaler Spur durch den Kreis Heinsberg
Die Selfkantbahn

Um 1900 plante man in der preußischen Rheinprovinz ein Kleinbahnnetz in Meterspur-Ausführung zu er- richten, dass zum Einen über die niederländische Grenze hinaus nach Sittard und zum Anderen bis in Brohltal sich erstrecken sollte. Auf Grund der politischen Situation vor dem 1. Weltkrieges wurden jedoch lediglich einzelne Teilstrecken realisiert. Am 07. April 1900 wurde das Teilstück Geilenkirchen – Puffendorf in südöst- licher Richtung und Geilenkirchen – Gangelt. Die Geplante Streckenführung im Westen von Gangelt-Süssterseel nach Tüddern (die als eigentliche „Selfkantbahn“ geplant war wurde jedoch nie realisiert.
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Ausgangspunkt der Strecke war der Kreisbahnhof Geilenkirchen, der als Kopfbahnhof ausgeführt war und unmittelbar in Nähe des Staatsbahnhof der Strecke Möchengladbach-Aachen gelegen war. In Puffendorf hatte man Anschluß an die Jülicher Kreisbahn. Der Streckenausbau in westlicher Richtung bis zum Endpunkt Tüddern konnte er’s nach 1905 realisiert werden, nachdem zu vor im Jahre 1905 die Region um Tüddern zum Kreis Geilenkirchen kam. Bis 1905 gehörte das Areal zum Kreis Heinsberg. (1932 wurden beide Kreise vereinigt und nannten sich „Selfkantkreis Geilenkirchen-Heinsberg“. Nach erneuter Gebietsreform im Jahre 1972 wurde der Kreis Erkelenz eingegliedertund der Kreis in den heutigen „Kreis Heinsberg“ umbenannt)

Bei einem Luftangriff am 09. September 1944 wurde der Bahnhof Schierwaldenrath erheblich beschädigt. Danch war nur noch Nachts ein eingeschränkter Verkehr möglich. Bedingt durch die näher rückende Front wurde am 13. September 1944 der Betrieb gänzlich eingestellt. Trotz erheblicher Beschädigungen nach Ende des zweiten Weltkrieges wurde 1946 der Betrieb auf den verbliebenen und reparierten Strecken wieder aufgenommen. Am 01. Februar 1946 erfolgte die Betriebsaufnahme auf der Strecke in Südöstlicher Richtung. Die Strecke nach Tüddern konnte am 06. September 1946 wieder aufgenommen werden. Allerdings war wegen der Beschädigungen an der Wurmbrücke in Geilenkirchen nur ein Verkehr von und nach Bauchem möglich. Der Betrieb bis zum Geilenkirchener Kreisbahnhof konnte schließlich am 11. Januar 1947 wieder aufgenommen werden. Da das Selfkantgebiet im westlichsten Teil des Kreises von 1949 bis 1963 unter Niederländischer Verwaltung gestellt wurde ruhte der Verkehr von Gangelt bis Tüddern. Nach der Rückgabe des Selfkants an Deutschland wurde der Streckenabschnitt Gangelt – Tüddern auch weiterhin nicht bedient bzw. aufgebaut. Endpunkt blieb der Bahnhof Gangelt.

Mit Beginn des Jahres 1950 wurde der Betrieb auf der Geilenkirchener Kreisbahn etappenweise eingestellt. Im Personenverkehr wurden lediglich die Strecken Geilenkirchen – Alsdorf und Geilenkirchen – Gangelt bedient. Am 17. Mai 1953 wurde schließlich auch der Verkehr nach Alsdorf eingestellt. Der Personenverkehr nach Gangelt endete am 01. Oktober 1960.

Bedingt durch den Motorisierungsgrad der Landwirte stieg in den 1970er Jahren war man nun in der Lage mittels eigener Traktoren und LKW´s das Erntegut direkt vom Hof bis zur Weiterverarbeitung (Genossenschaft oder auch Zuckerfabrik) zu transportieren. Dies trug dazu bei, dass schließlich auch der Güterverkehr auf der Geilenkirchener Kreisbahn eingestellt wurde. Auch hier erfolgte die Betriebseinstellung in Etappen. Am 17. Mai 1953 wurde als erstes der der Güterverkehr zwischen Puffendorf und Alsdorf eingestellt. Danach folgte am 22. Dezember 1963 die Einstellung auf dem Abschnitt Jakobshäuschen – Puffendorf und am 30. November 1966 auf dem Abschnitt Geilenkirchen – Puffendorf. Auf dem westlichen Streckenteil wurde der Betrieb ab Langbroich-Schierwaldenrath am 4. Dezember 1969 und ab Geilenkirchen am 1. Juli 1971 eingestellt.

Heute wird nur noch ein kleiner Teil der ehemaligen Geilenkirchener Kreisbahn als Museumsbahn betrieben. Auf einem 5,5 km langem Teilstück von Gillrath nach Schierwaldenraht betriebt der Verein „Interessengemeinschaft Historischer Schienenverkehr e.V. (IHS) heute die unter dem Namen „Selfkantbahn“ bekannt gewordene Strecke als Museumsbahn.

Alle hier abgebildeten Bilder wurden in 2010 von meinem Bruder Jürgen Senz aufgenommen und mir für diesen kleinen Bricht über die Eisenbahn der Geilenkirchener Kreisbahn zur Verfügung gestellt.
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Die beiden Bilder zeigen Lok 20 der IHS Ostern 2010 in Schierwaldenrath

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Die drei Bilder oben zeigen IHS-Lok 101 “Schwarzach”

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Im Museumsschuppen im Schierwaldenrath steht Lok 46

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VT102 der IHS. Rechts ein Blick auf den Führerstand.

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Vor dem Schuppen in Schierwaldenrath steht VT 13, während im Schuppen VT7 ausgestellt ist.

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Auf dem Gelände in Schierwaldenrath stehen V1 und ein Niederbordwagen mit Dampflok-Achsen.

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Viele Grüße aus Zlín (Südmähren)
Heidi


25. Mai 2011 23:28
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